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Zeitungsartikel von Föhr

Inselrundfahrten und Entdeckungstouren auf Föhr mit der Bimmelbahn
Herausgegeben von in Presseberichte über Föhr ·
Tags: InselFöhrNordfrieslandInselurlaubInselbahn

Nach jedem Saisonschluss beginnt man gleichzeitig wieder mit der Vorbereitung auf das Neue Jahr, ob technisch, organisatorisch oder im Internet. Nach einigen Stöbern in älteren Zeitungen kam folgender Zeitungsartikel aus einer bekannten Familienzeitung wieder ans Tageslicht.

Föhr: Watt für ‘ne Insel!
Föhr mit Kindern
Auf Föhr gibt es keine große Brandung, was gerade für Familien mit kleinen Kindern ideal ist. Aber auch für ältere Kinder gibt es auf der Nordsee-Insel eine Menge zu entdecken.

„Schmeckt irgendwie nach Fisch“ – der Kommentar unserer Tochter Merle könnte nicht treffender sein, schließlich gibt’s an diesem Abend in unserer Ferienwohnung Butterfisch und Krabben, See- und Stremellachs, alles fangfrisch auf den Tisch, wie es sich für eine Nordseeinsel gehört.

Föhr heißt die Insel, Wyk der Hauptort, hier haben wir uns einquartiert, direkt an der „Großen Straße“, einer gepflegten Fußgängerzone, die unmittelbar zum Strand führt. Zwei Wochen im August verbringen wir hier, und es soll nicht der letzte Föhr-Urlaub gewesen sein. Denn: Es gibt eine Menge zu entdecken auf der Insel aus fruchtbarem Marsch- und sandigem Geestland.

Wir erkunden Föhr mit Leihfahrrädern, mit dem Bus und dem „Friesenexpress“, einer straßen­tauglichen Bimmelbahn. Lokführer Uwe Piske erzählt während der knapp zweistündigen Fahrt unablässig Interessantes über die Insel – und strahlt bei all dem diese sprichwörtliche friesische Ruhe aus, die den Einheimischen auch in der Hochsaison nicht abgeht.

Gemächlich passieren wir Wyk und die meisten der elf schmucken Inseldörfer – mit ­ihren einladenden Hoflädchen und Kunst­ateliers, Töpfereien und Teestuben.

Ferien auf Föhr: Wo der Wind bläst und die Sonne versinkt

Zur Fahrt mit dem Express gehört auch eine ausgiebige Pause am Westdeich, wo wir uns hart am Wind richtig durchpusten lassen und einen herrlichen Blick auf die Südspitze Sylts erhaschen. Doch es geht noch herrlicher: „Hier ganz in der Nähe, am Utersumer Strand, können nicht nur Romantiker allabendlich einen traumhaften Sonnenuntergang genießen“, sagt Uwe Piske. „Die Sonne versinkt zwischen Sylt und Amrum glutrot im Meer!“

Tja, das möchte man auch als nicht mehr ganz so frisch verliebtes Paar gern mal genießen, doch Merle und ihr großer Bruder Luis stehen verständlicherweise mehr auf Sandeln. Also einfach am Strand sein und Strandburgen bauen. Und das geht auf Föhr prima, auch wenn der Strand nirgens wirklich breit ist wie etwa auf der Nachbarinsel Amrum.

Dafür ist Föhrs Lage im Windschatten von Amrum und Sylt deutlich geschützter, es gibt keine große Brandung, was gerade für Familien mit kleineren Kindern ideal ist. Flach, sehr flach geht es ins Wasser, perfekt um zu planschen und mit dem Käscher Meerestiere zu erforschen. Strandtage auf Föhr haben aber auch ihre Tücken: Der steife Küstenwind macht den ufernahen Aufenthalt selbst dann zu einem erfrischenden Erlebnis, wenn die Sonne nur so vom Himmel knallt – und ruck, zuck hat man einen Sonnenbrand. Wir wappnen uns mit reichlich Sonnencreme und einem praktischen Windfang.

Wattwanderung auf Föhr: tierisch spannend

Wer vom Föhrer Strand erzählt, muss unbedingt das Watt erwähnen. Merle findet es zwar erst mal „eeeklig“ und will sofort getragen werden, doch nach einer Weile der Eingewöhnung wagt auch sie sich barfuß auf den glitschigen Untergrund, in dem sich eine eigene Welt verbirgt: „Hier befindet sich ein einzigartiger Lebensraum für mehr als 10000 Tier- und Pflanzenarten“, erläutert unsere Wattführerin von der Schutzstation Wattenmeer – und befördert gleich einen pechschwarzen Wattwurm an die Oberfläche, der sich um ihren Finger ringelt, dann aber froh zu sein scheint, wieder im Watt verschwinden zu dürfen.

Überhaupt, wat’n Watt: Was sich hier an Krabben und Krebsen, Muscheln und winzigen Spinnentieren tummelt, muss man mit eigenen Augen gesehen haben.

Mehr übers Watt gibt’s im Friesenmuseum – und nicht nur das: Hier erfahren wir, nachdem wir das mächtige Eingangstor aus Blauwalkieferknochen durchschritten haben, auch einiges über das alte Föhr der Walfänger und Seefahrer, über Föhringer Trachten und historische Land- und Seekarten, und hören uralte Aufnahmen im kaum verständlichen Fering-Dialekt: O-Töne übers Plompern (Die Kunst des Hecht- und Aalfangs mit Stock und Netz) und Pilken (Fischfang mit kleinem Boot).

Geführte Wattwanderungen auf Föhr machen Lust auf Meer

Das alles macht Lust auf Meer – und so beschließen wir, anderntags acht Kilometer durchs Wasser zu waten: von Föhr nach Amrum! Das geht aber nur in der Gruppe, und nur mit jeweils einem ortskundigen Führer als Vor- und Nachhut.

Und es bedarf einiger Überredung: „Oh Mann! Ich will nicht noch mal ins Watt! Ich will Gummibärchen oder gar nix!“ Der Marsch beginnt an der Westküste der Insel Föhr. Zunächst geht es durch knie­tiefe Priele, doch bald sorgt die Ebbe dafür, dass wir die meiste Zeit trockenen Fußes laufen können.

Ohne Gummistiefel übrigens – was kein Problem ist, wenn man nicht gerade in eine zerbrochene Mies­muschel tritt. Zum Glück geht alles gut, und so genießen wir den wie gemalten Himmel, der uns an diesem makellosen Sommertag umgibt, die Weite aus Wasser, Watt und Sand, und natürlich den Ausblick auf den Amrumer Strand, auf den wir uns langsam, aber sicher zubewegen.

Zu Fuß von Föhr nach Amrum

„Schön, unsere Wanderung, gell, Papa?“, sagt Merle, die ich während der zweieinhalbstündigen Tour fast ununterbrochen auf den Schultern trage (wodurch ich die herrliche Salzbrise besonders tief einatmen kann…). „Ja, wirklich schön – und du hast den allerbesten Ausblick!“

Kurz vor der Ankunft wird’s noch mal heikel: Wir müssen das sogenannte Mittelloch durchqueren – ein Priel mit beachtlicher Strömung, der Erwachsenen gut bis zur Hüfte reicht. Luis schafft es knapp, nicht weggespült zu werden, und auch wir Eltern haben zu kämpfen. Merle hingegen genießt einfach weiter die Aussicht.

Bei Flut ist das hier die Fahrrinne der Schiffe, denn ein Priel ist nichts anderes als ein beschiffbarer Wasserlauf – und die Flut kommt schnell: „Eine halbe Stunde später gäb’s hier für uns schon kein Durchkommen mehr“, erklärt unser Wattführer. Das ist das Gefährliche an den Gezeiten – und deshalb wird auch dringend davon abgeraten, auf eigene Faust von Insel zu Insel zu wandern.

Am Strand angekommen, starte ich einen tollen Monolog über das faustische Element solcher Erfahrungen, gipfelnd im Ansinnen: „Augenblick, verweile doch, du bist so schön!“, doch Frau und Kinder runzeln die Stirn. Gut, dann eben nicht… Puh, Amrum zieht sich – wir laufen noch eine gute Stunde am Deich entlang bis in den gepflegten Ort Norddorf, werfen unterwegs einige Blicke auf den unglaublich breiten Amrumer Weststrand, fahren dann mit dem Bus nach Wittün und von dort mit der Fähre zurück nach Föhr. Fazit des Tages: Es hat sich gelohnt – und Amrum ist einen eigenen Urlaub wert…

Begegnung mit Piraten

Auf unserer Stamminsel steht den Kindern noch ein besonderer Höhepunkt bevor: die Föhrer Piratentage! Im Musikpavillon am Sandwall, das ist die fast schon mondäne Promenade direkt am Wyker Strand, sind musikalische Reisen und Kindertheater, Flaggenappelle und ein großes Piratenlager mit Stockbrotgrillen und vielen Spielen geboten.

Da darf natürlich Holzschuh-Kalle nicht fehlen, der mit seinem Rauschebart von echten Piraten abstammen muss. Holzschuh-Kalle heißt eigentlich Karl-Erich Brodersen und kommt seit vielen Jahren zu den Piratentagen auf die Insel. Er verkauft nicht nur Holzschuhe, sondern ist auch Münzpräger und Reepschläger; und seine ganze Ausrüstung hat er immer dabei.

„Was macht denn ein Reepschläger?“, will Luis wissen. „Der spannt lange Seile und verdreht sie dann zu dicken Tauen“, erklärt Holzschuh-Kalle. So kamen die im Norden häufig anzutreffenden Reeperbahnen zu ihren Namen – ellenlange Seile wurden dort zu dicken Schiffstauen, auch Trosse genannt, verflochten. Wie das ging, demonstriert Holzschuh-Kalle mithilfe seiner Seilerei-Vorrichtung – und die Kinder dürfen natürlich auch.

Noch viel mehr wäre zu berichten von diesen zwei Urlaubswochen; zum Beispiel von unserer Tagestour mit dem Ausflugsschiff Hauke Haien zur beschaulichen Hallig Hooge – dort fand Luis das Sturmflutkino am tollsten!

Und von den Föhringer Friesenhäusern mit ihren Reetdächern, den alten Windmühlen, den stoischen Schafen am Deich, leckerem Frühstücksgebäck namens „Muscheln“ oder „Zungenkuss“, und von den „sprechenden Grabsteinen“ auf dem Friedhof von Süder­ende – seit Jahrhunderten berichten sie von Seefahrer-Lebensläufen aus Walfängerzeiten. Ach, am besten, Sie fahren selbst mal nach
Föhr. Die Insel tut einfach gut…

Dann stellt sich doch manchmal die Frage, warum eigendlich nicht mehr Presseartikel über Föhr Landesweit erscheinen, und wie man etwas tun kann, damit etwas positives gedruckt wird.




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